Ob Verkehrssektor oder Automobilbranche, Lebensmittelindustrie oder Textilherstellung – sie alle haben eine Sache gemeinsam. Das Thema „Nachhaltigkeit“. Man könnte fast sogar sagen, keine Branche dieser Welt kommt da herum. Auch im Energiesektor spielt das Thema seit vielen Jahren eine gewichtige Rolle. Auch wenn es um Blockheizkraftwerke geht, steht Nachhaltigkeit an oberster Stelle. Denn diese erfüllen eine Menge Eigenschaften, um als eine Art nachhaltige Energiequelle zu gelten.

Warum Blockheizkraftwerke und Nachhaltigkeit so eng miteinander verknüpft sind und welche überzeugenden Faktoren dafür ausschlaggebend sind, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Der große Begriff „Nachhaltigkeit“: Was steckt eigentlich dahinter?

Nachhaltigkeit bzw. nachhaltiges Handeln ist ein Thema, dessen Präsenz in der Öffentlichkeit gerade in den letzten Jahren extrem zugenommen hat. EU-Klimaziele, extreme Wetterphänomene, Fridays for Future – sie alle haben dazu beigetragen, dass nachhaltiges Denken, Handeln und Leben stärker in den Fokus der Menschen rückt. Unter anderem auch im Zusammenhang mit der Energiegewinnung durch Blockheizkraftwerke. Denn Nachhaltigkeit ist untrennbar mit dieser verbunden. Dabei ist das Prinzip, was hinter dem Begriff steckt, bereits einige Jahrhunderte alt.

Ursprünglich kommt der Begriff „Nachhaltigkeit“ aus der Forstwirtschaft. Schon vor vielen hundert Jahren hat man hier auf eine nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder gesetzt. Das bedeutete damals: Es werden nur so viele Bäume gefällt, wie auch wieder nachwachsen werden. Dahinter steckt der Gedanke eines achtsamen Umgangs mit der Natur und ihren Ressourcen. Und daran hat sich bis heute nichts geändert. Praktisch meint Nachhaltigkeit also eine sorgsame Verwendung von Rohstoffen. Re- und Upcycling sind damit ebenso gemeint wie eine effiziente Herstellung und Nutzung von Energie – womit sich der Kreis zum Blockheizkraftwerk schließt. Nachhaltigkeit spielt hier nämlich eine Hauptrolle.

Wie kann nachhaltige Energiegewinnung und -versorgung aussehen?

Geht es um eine nachhaltige Energiegewinnung und eine ebenso nachhaltige Verwendung derselben, so kommt man nicht um das Blockheizkraftwerk herum. Denn Nachhaltigkeit ist untrennbar mit diesem Konzept der Energieerzeugung verbunden. Doch was ist überhaupt eine nachhaltige Gewinnung von Energie? Das lässt sich schnell erklären: Die Gewinnung und Nutzung von Energie ist dann nachhaltig, wenn sie nur wenige oder im Idealfall überhaupt keine fossilen Energieträger wie zum Beispiel Kohle oder Erdöl verwendet. Denn sind diese einmal verbraucht, entstehen sie nicht neu. Stattdessen kommen nachwachsende Rohstoffe wie Energiepflanzen und Zwischenfrüchte, „Abfälle“ wie Gülle, Bio- und tierische Abfälle oder aber Deponiegase und Klärgase zur Energiegewinnung zum Einsatz. Ebenfalls können Blockheizkraftwerke, welche heute noch fossil betriebenen werden in Zukunft mit grünem Wasserstoff oder Biomethan betrieben werden und somit den Übergang in eine nachhaltigere Zukunft mitgestalten.

Mit grünen Gasen zur erfolgreichen Energiewende

Ein besonders hohes Potenzial, um ein Blockheizkraftwerk in Sachen Nachhaltigkeit zu stärken, hat Biogas. Dieses entsteht nämlich bei der natürlichen Zersetzung von organischem Material. Es ist ein sehr energiereiches Gasgemisch, das sich auf nachhaltige Weise zu Strom, Wärme oder Treibstoff umwandeln lässt. Denn alle organischen Materialien, die die Grundlage zur Herstellung von Biogas bilden, sind zunächst einmal nicht endlich.

Die Energiegewinnung mittels Blockheizkraftwerk, Nachhaltigkeit und ein achtsamer Umgang mit natürlichen Ressourcen sind zudem eng verknüpft mit den Klimazielen der EU. Die forcieren eine nachhaltige Energieversorgung zur Minimierung des CO2-Ausstoßes sowie zur Erreichung des 1,5-Grad-Ziels, um die Klimaerwärmung zu stoppen. Letzteres ist ohne den Abschied von fossilen Brennstoffen zur Deckung des europaweiten Energiebedarfs weder denk- noch erreichbar.

Warum gehören Blockheizkraftwerk und Nachhaltigkeit immer zusammen?

Ein Begriff, der nahezu immer im gleichen Atemzug mit dem Begriff Blockheizkraftwerk fällt, ist die Kraft-Wärme-Kopplung. Erzeugt ein Blockheizkraftwerk gleichzeitig Strom und Wärme, nutzt es das Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung, kurz KWK genannt. Anlagen, die auf die Kraft-Wärme-Kopplung zurückgreifen, sind dabei meist effizienter als Anlagen, die dies nicht tun. Dadurch, dass die bei der Herstellung von Strom entstehende Wärme als Wärmeenergie nutzbar ist, wird der in der KWK-Anlage eingesetzte Brennstoff nicht nur effizienter, sondern auch sparsamer verwendet. Für Blockheizkraftwerke und ihre Nachhaltigkeit ist das mit der wichtigste Faktor.

Hinzu kommt, dass sich beim Blockheizkraftwerk extrem hohe Wirkungsgrade erreichen lassen. Damit sind bei der Energieerzeugung Brennstoffnutzungsgrade von bis 90 Prozent erreichbar, die sich aus circa 40 Prozent elektrischer und 50 Prozent thermischer Energie zusammensetzen – was wiederum eine sehr effiziente Energiegewinnung und -nutzung ermöglicht. Denn je höher der Wirkungsgrad, desto geringer die Wärme- und Energieverluste. Auch das gehört mit zu den entscheidenden Faktoren, warum Blockheizkraftwerke besonders nachhaltig sind.

Übrigens: Im Sommer lässt sich die im Blockheizkraftwerk entstehende Wärme auch zur Kühlung nutzen. Der Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung sei Dank. Denn mittels spezieller Absorptionskälteanlage lässt sich aus der Wärme Kälte erzeugen, die sich vor allem in heißen Monaten zum Beispiel zur Kühlung von Räumen, Maschinen oder Ställen nutzen lässt. Auch auf diese Weise kann ein Blockheizkraftwerk in Sachen Nachhaltigkeit punkten.

Darum sind dezentrale BHKW im Vorteil

Stichwort Verluste – jede Energie, die verloren geht, ist ineffizient genutzt. Darum geht es in Sachen Blockheizkraftwerk und Nachhaltigkeit immer auch darum, Wärme- und Energieverluste so niedrig wie möglich zu halten. Klare Vorteile haben hier dezentral angelegte und genutzte Blockheizkraftwerke. In Versorgungsgebieten generell auf verschiedene Standorte verteilt, machen sie es möglich, Energie genau dort zu erzeugen, wo sie benötigt wird. Das minimiert Energieverluste und fördert eine nachhaltige Energieversorgung sowie -nutzung.

Hinzu kommt, dass Blockheizkraftwerke nahezu überall einsetzbar sind. Ob als kleineres Modell für Einfamilienhäuser oder als große Anlage für öffentliche Gebäude, Industriebetriebe oder Wärmenetzen machen sie eine flexible und unabhängige Energieherstellung, -verteilung und -nutzung möglich. Außerdem können sie jegliche Volatilitäten und Schwankungen in Bezug auf den Energiebedarf der Verbraucher ohne großen Aufwand ausgleichen. Damit punkten Blockheizkraftwerke gleich dreifach. Sie sind effizient, netz- und systemdienlich – was sie für eine flexible Energiearchitektur nahezu unverzichtbar macht.