Ob Autos, Flugzeuge oder aber BHKW-Anlagen – jede Verbrennungskraftmaschine benötigt eine funktionale Schmierölversorgung. Ansonsten kann das System nicht reibungslos und effizient funktionieren. Denn das Schmieröl verringert die Reibung des Kolbens im Zylinder und reduziert somit den Verschleiß und die Geräuschemissionen. Lesen Sie bei uns, was Sie als BHKW-Anlagenbetreiber zum Thema Schmieröl wissen sollten. Wichtige Fakten und Informationen rund um die Schmierölversorgung bekommen Sie in diesem Beitrag.

Der Aufbau der Schmierölversorgung

Generell gibt es bei Schmierölanlagen zwei Systeme, die sich in Bezug auf die Nachfüllung des Schmieröls unterscheiden. So erfolgt die Schmierölnachfüllung bei der einen Variante über ein einfaches Öl-Gebinde inklusive Öl-Zusatzbehälter (nicht standardmäßig), wie zum Beispiel ein Ölfass. Hierbei bekommt die BHKW-Anlage das Schmieröl aus einem losen Gebinde zugeführt und der Öl-Ablass erfolgt manuell mittels Absperrhahn. Bei einem Ölwechsel erfolgt der Ölablass manuell in ein zusätzliches Gebinde. Die einfachste Variante der Füllung erfolgt ebenfalls über ein zusätzliches Gebinde.

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Bei der zweiten Variante verfügt die Schmierölanlage über einen Frischölbehälter. Das darin enthaltene Frischöl wird dem Motor individuell nach Ölverbrauch zudosiert. Nach Erreichen der Ölstandzeit wird das verschmutzte Schmieröl in einen Altölbehälter abgepumpt und kann danach entsorgt werden. Die Behältergrößen sind dabei auf die Gesamtanlage abgestimmt.

In diesem Fall besteht die Anlage aus sieben Komponenten: dem Frisch- und dem Altölbehälter, jeweils einer elektrischen Förderpumpe für das Frisch- bzw. das Altöl, einem Niveaugeber für die Pumpensteuerung sowie für die Schmierölniveaumeldung, einer Schmierölleitung zwischen Modulen und Behältern und den erforderlichen Absperrorganen. Die elektrischen Pumpen lassen sich dabei schnell und unkompliziert auf eine Konsole montieren und sind bei Bedarf direkt einsatzbereit. Durch ein einfaches Umschalten erfüllen sie folgende Funktionen:

• Befüllen des Frischölbehälters aus einem Gebinde (Frischölpumpe)
• Befüllen des Schmierölbehälters aus einem Gebinde (Frischölpumpe)
• Befüllen der Ölwanne aus einem Gebinde (Frischölpumpe)
• Entleeren der Ölwanne in ein Gebinde (Altölpumpe)
• Entleeren des Schmierölbehälters in ein Gebinde (Altölpumpe)

Der Schmierölkreis ist zudem mit einen Druckregel- sowie einem Überdruckventil und Wechselfilterpatronen im Hauptstrom ausgerüstet. Für die notwendige Kühlung des Schmieröls sorgt ein sogenannter Ölwärmetauscher.

Das ist bei der Errichtung einer Schmierölanlage zu beachten

Entscheidend ist, dass das Schmierölsystem Ihrer BHKW-Anlage dem Wasserhaushaltsgesetz (WHG), der Verordnung über brennbare Flüssigkeiten (VbF) und den technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS) entspricht. Zusätzliche zu diesen allgemeinen gesetzlichen und sicherheitstechnischen Vorgaben sind auch die daraus resultierenden baulichen Maßnahmen zu berücksichtigen, die die Lagertanks betreffen. Diese sollten zum Beispiel doppelwandig konstruiert sein oder über ein Leckwarngerät verfügen, damit im Falle einer Beschädigung kein Schmieröl austritt. Weiter sollten sie mit einer entsprechenden Sensorik ausgestattet sein, die eine Überfüllung der Tanks verhindert.

So funktioniert das Schmieröl in der BHKW-Anlage

Um die Wichtigkeit des Einsatzes von Schmieröl in der BHKW-Anlage zu verstehen, geht es vor allem um die Klärung der Frage, warum man dieses überhaupt braucht. Was wird durch die Schmierölversorgung sichergestellt? Und was würde passieren, wenn man auf den Einsatz von Schmieröl verzichten würde?

Jeder Motor besteht aus beweglichen Teilen. Wo Bewegung ist, gibt es Reibung. Und die führt über kurz oder lang zu Verschleiß. Durch die Nutzung von Schmieröl aber lässt sich die Reibung der beweglichen Teile sowie die des Kolbens im Zylinder verringern. Die Versorgung der beweglichen Teile erfolgt dabei durch die zentrale Schmierölpumpe, die gefiltertes Drucköl zu ihnen befördert.

Gleichzeitig sorgt der Einsatz von Schmieröl dafür, die Geräusche, die bei den Bewegungen im Motor entstehen, zu reduzieren. Zudem dient das Schmieröl im Motor der BHKW-Anlage zur Wärmeabfuhr sowie als Korrosionsschutz. Die Wärme, die das Öl während des Verbrennungsvorgang aufnimmt, gibt es über einen internen Ölwärmetauscher ab.

Doch nicht jedes Öl eignet sich für jede BHKW-Anlage. Um die Leistung, die Wirkungsgrade und die Lebensdauer ihrer BHKW-Anlage dauerhaft hoch zu halten, ist die Wahl des richtigen Motorenöls deswegen unerlässlich.

Was ist im Zusammenhang mit der Schmierölversorgung zu beachten?

Wer sich mit der Wahl des richtigen Schmieröls für seine BHKW-Anlage befasst, merkt schnell, dass es von Herstellerseite viele Vorschriften gibt. Wie findet man also das richtige Öl? Und was passiert, wenn man das falsche nutzt? Zunächst geht es darum, herauszufinden, welches Schmieröl zu Ihrem Motor passt. Die freigegebenen Ölsorten finden Sie in den Technischen Anweisungen (TA) des jeweiligen Motorenherstellers. Dabei sichert der Öl-Lieferant über das Freigabeverfahren seines Produkts die Voraussetzungen des Motorherstellers zu. Somit ist ein gleichbleibender Qualitätsstandard erfüllt.

Zudem ist es wichtig, auch bei der Wahl des Schmieröls auf die Sicherheitsbestimmungen zu achten. Denn in den Brenngasen, wie beispielsweise Erd- oder Biogas, sind Spuren- und Begleitstoffe enthalten, die Auswirkungen auf die Bildung von Ablagerungen im Brennraum und auf den Säureangriff auf Bauteile sowie das Öl haben. Deswegen sind Brenngase in verschiedene Klassen unterteilt, die es bei der Schmierölwahl zu beachten gilt.

Damit das Schmierölsystem Ihrer BHKW-Anlage reibungslos funktioniert, ist es empfehlenswert, den Zustand des Schmieröls regelmäßig mittels Öl-Probe zu bestimmen. So lässt sich Verschleiß vermeiden. Feste Ölwechselintervalle gibt es jedoch nicht. So schreiben Hersteller lediglich verbindlich vor, die Ölwechsel variabel unter Beachtung gegebener Limitwerte anhand von Gebrauchtöl-Analysen durchzuführen.

Schäden bereits im Vorfeld vermeiden

Auch über den möglichen Schaden, der entstehen kann, wenn Sie das falsche Schmieröl nutzen, sollten Sie informiert sein. Gemäß derzeitigem Erfahrungsstand haben mehrere Schadstoffe starke Auswirkungen auf das Schmieröl und somit auf die Ölstandzeit. So bewirken Chlor, Fluor und Schwefel eine Versäuerung des Schmieröles. Organische Siliziumverbindungen führen zu Verschleiß. Gleiches gilt für Säure im Schmieröl, die die Korrosionswirkung verstärkt und somit ebenfalls den Verschleiß fördert. Zudem kann ein oxidiertes Öl unter Umständen mit einer Viskositätserhöhung behaftet sein. Diese verhindert, dass das Öl in ausreichender Menge an die Schmierstellen gelangt. Die Folge: eine unzureichende Schmierung der beweglichen Teile, die auch zu erhöhtem Verschleiß führt.

All das verkürzt die Standzeit ihrer Maschine erheblich und sollte im Idealfall gar nicht erst auftreten. Die Wahl des richtigen Schmieröls ist also entscheidend für eine effiziente BHKW-Anlage.

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