Zum zuverlässigen und langlebigen Betrieb Ihres BHKWs gehören ein guter Service sowie eine solide Wartung und Instandhaltung, die dem Betrieb individuell angepasst sind. Ein verlässlicher Servicepartner sorgt im Idealfall für einen problemlosen BHKW-Betrieb und kalkulierbare Kosten. Wie Sie unter der Vielzahl von Anbietern und Dienstleistern den Richtigen für Ihre Anlage auswählen und was Sie dabei beachten sollten, erfahren Sie in diesem Blogbeitrag.

Schauen Sie schon vor BHKW-Inbetriebnahme genau hin

Prüfen Sie vor einer Entscheidung für eine Firma, welche Referenzen der Partner Ihrer Wahl hat. Zertifizierte IB-Techniker, die die Inbetriebnahme Ihrer BHKW-Anlage vornehmen dürfen, müssen die Befähigung und auch die Erlaubnis vom Hersteller besitzen (wichtig für die spätere Gewährleistung!), die notwendige Software im Rahmen einer Erstinbetriebnahme aufzuspielen. Sie müssen Kenntnisse in der Bedienung der Motorsteuerung haben sowie in Einstellung und Optimierung der notwendigen Regelkreise. Außerdem muss ein IB-Techniker die bei Inbetriebnahme vorgeschriebenen VDE-Messungen durchführen und protokollieren können.

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Achten Sie auf das Kleingedruckte

Informieren Sie sich, was beispielsweise die Anfahrt eines Servicetechnikers kostet. Dieser Weg kann unter Umständen sehr lang sein. Wie sieht es mit Spesen oder eventuell auch Übernachtungen aus – ist alles inkludiert? Bietet die Servicefirma einen Pauschalpreis an? Auch, wenn Kunden eine Pauschale mitunter als „ungerecht“ empfinden könnten, ist sie unterm Strich dennoch eine sparsame Strategie, weil so der Servicefirma mehr Freiheiten bleiben, um beispielsweise im Notfall auch Techniker aus anderen Regionen oder von anderen Standorten hinzuziehen zu können. So bleibt dennoch für Sie als Kunden alles kalkulierbar.

Checken Sie die Organisation der Servicefirma

Wie sieht die Versorgung im konkreten Fall aus – werden für unvorhergesehene Ereignisse Servicetechniker bereitgehalten oder sind sie immer verplant und müssen im Notfall bei anderen Baustellen abgezogen werden? Wie ist die Verfügbarkeit an Sonn- und Feiertagen? Werden die Servicekräfte generell dezentral eingesetzt? Denn je näher sich ein Techniker im Umkreis Ihres BHKWs befindet, desto schneller kann er im Fall des Falles reagieren. Sind die Techniker so aufgestellt, dass im Fahrzeug das erforderliche Spezialwerkzeug beziehungsweise auch Ersatzteile mit dabei sind, funktioniert auch die Ersatzteillogistik umso schneller.

Sie sollten sich auch vergewissern, dass es bei der Firma Ihrer Wahl nicht nur einen Servicetechniker gibt, der Ihre Anlage betreuen kann, sondern mehrere, damit Sie beispielsweise in dessen Urlaub oder bei Krankheit auch abgesichert sind.

Prüfen Sie die Zuständigkeiten des Servicetechnikers

Besprechen Sie mit der Servicefirma, ob sie auch Komponenten betreut, die nicht zum Motor gehören wie etwa Lüftung, Abgas-Wärmetauscher, Katalysatoren oder Gasaufbereitung. Auch was die Abgasnachbehandlung angeht, sollte sie Kompetenz vorweisen können, vor allem hinsichtlich KAT, Cl-Air und CodiNOx.

Klären Sie in diesem Zusammenhang auch generell die Frage, welcher Lieferumfang inkludiert ist, wie viel zusätzliche Arbeiten kosten oder ob sich für Sie ein Full-Service-Vertrag rechnet. Der macht nämlich gerade bei Flex-BHKWs, die künftig in der Regel nicht mehr für die Grundlast, sondern für den noch ungewohnten Flex-Betrieb mit deutlich weniger Betriebsstunden, dafür aber mehr Starts pro Jahr ausgelegt sein werden, durchaus Sinn.

Schauen Sie bei Messungen genau hin

Hier lohnt sich ebenfalls ein genauerer Blick: Erfasst der Servicetechniker bei der Wartung des BHKWs auch den NOx-Gehalt im Abgas? Kann er bei der Interpretation der Ölanalyse beratend zur Seite stehen? Und nimmt er sämtliche Drücke auf und füllt den Wartungsordner aus? Schließlich bilden nur umfangreiche Messungen den Verschleißzustand am Biogasmotor auch zutreffend ab.

Doch nicht nur die Messung, sondern auch die Interpretation dieser Messdaten ist eine wichtige Beratungsleistung des Servicepartners. Denn oft sind es erst mehrere Parameter, die bei fehlerhaftem Betrieb zu einer wirklich sicheren Ursachenanalyse führen. Nur wenn alle Daten vollständig und regelmäßig aufgezeichnet werden, lassen sich mögliche Schäden rechtzeitig erkennen und effektiv beheben, größere Instandhaltungsarbeiten wie etwa eine Revision exakt planen. Und nur so kann auch Prävention für die Zukunft betrieben werden.

Bestehen Sie auf Individualität (gerade bei Flex-BHKWs)

Verschärft wird die grundsätzliche Thematik der Messungen durch die zunehmende Flexibilisierung, die von der bisherigen Fahrweise in Volllast deutlich abweicht. Dadurch ist der Motor ganz anders gefordert. Leider bewegt sich hier der Service-Markt noch zu langsam, viele Firmen haben ihre Verträge noch nicht an den Flexbetrieb angepasst. Umso wichtiger ist es für Sie, dass Sie einen Servicepartner finden, der Ihnen eine individuelle und für Ihre Anlage passende Matrix erstellt, nach der Serviceeinsätze gefahren und Servicekosten kalkuliert werden. Die Wartung sollte also nicht mehr nur abhängig von den Betriebsstunden, sondern auch abhängig von der Startzahl erfolgen.

Achten Sie auf Transparenz

Servicevereinbarungen und –vertrag sollten so detailliert und nachvollziehbar wie möglich sein. Gibt es genaue Liefergrenzen, ein Anlagenschema und eine Anlageverantwortlichkeit? Werden originale Ersatzteile verbaut und ist dies auch gewährleistet? Oder hält sich die Firma offen, dass auch überholte (und somit günstigere) Ersatzteile eingebaut werden? Werden alle Arbeiten nach Wartungsplan ausgeführt oder gilt „Check and Chains“?

All dies sind einerseits wertvolle Bausteine für Ihr eigenes Instandhaltungskonzept, die Sie vor unerwarteten Kosten schützen. Andererseits ist es die Grundlage für die vertragliche Zusammenarbeit und die Konditionen, die Sie mit Banken und Versicherern eingehen – schließlich gibt es ohne laufzeitbegleitende Instandhaltung keine Finanzierung und auch keinen sicheren und damit wirtschaftlichen Betrieb Ihrer Anlage.

Fazit: Die Effizienz und Wirtschaftlichkeit einer Biogas-Anlage hängt maßgeblich von einem guten Service ab, der für Ihren Betrieb passend ist. Und guter Service zeichnet sich durch hohe Verfügbarkeit des Service-Partners und infolgedessen so stressfreien Betrieb wie möglich und niedrige spezifische Kosten aus. Sich dazu mehrere Angebote einzuholen und dann in Ruhe abzuwägen, lohnt sich! Nicht immer ist das billigste Angebot das beste. Ausschlaggebend sind letztendlich Leistungsumfang, gut ausgebildete und dezentral eingesetzte Servicekräfte, gewährte Garantien für die Anlagenverfügbarkeit und Individualität – die bei Jenbacher und uns bei ENERGAS enorm wichtig ist. Deshalb schneiden wir unsere Service-Verträge individuell auf jede Anlage zu. Denn wir passen uns den Kunden an, nicht andersherum.