Wer Betreiber einer Biogasanlage ist, kommt um dieses Wort nicht herum: die Flexibilitätsprämie. Als gesetzlich gesicherte Zahlung ist sie für Anlagenbauer und -betreiber ein sehr guter, planbarer Anreiz, um Investitionen zur Leistungssteigerung, z.B. für ein neues Blockheizkraftwerk oder für weitere zur Flexibilisierung notwendigen Komponenten der Biogasanlage, anzugehen. Jetzt ist die Deckelung der Prämie erreicht. Für Anlagenbauer und -betreiber bedeutet das, die letzte Chance zur Prämienbeantragung zu ergreifen. Warum das so ist und wie Sie die Flexibilitätsprämie noch erhalten können, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Die Flexibilitätsprämie – eine Garantie für mehr Planbarkeit

Zur Erinnerung: Seit Inkrafttreten des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) im Jahr 2012 wird die Flexibilisierung von Biogasanlagen mit der sogenannten Flexibilitätsprämie staatlich gefördert. Dahinter steckt die Idee, dass Blockheizkraftwerke überbaut werden sollen, damit sie in Zeiten erhöhten Bedarfs zusätzlich installierte Leistungen einspeisen können. Bei weniger Bedarf werden sie dann stundenweise nur in Teillast gefahren beziehungsweise ruhen ganz. Für Betreiber von BHKW-Anlagen bedeutet das zudem einen finanziellen Profit durch die flexible Bereitstellung erneuerbarer Energien.

Mit der Verlängerung der Übergangsfrist von zwei auf sechzehn Monate ab Erreichen des Flexdeckels sollten Anlagenbauer und -betreiber mehr Planungssicherheit bei der Flexibilisierung bekommen. Gleichzeitig wurde die Deckelung auf 1.000 MW abgesenkt. Konkret bedeutete das: Die Frist, in der ein Betreiber ab Erreichen des Deckels den Anspruch an die Flexibilitätsprämie bei der Bundesnetzagentur anmelden muss, wurde inklusive Inbetriebnahme und Umweltgutachten auf sechzehn Monate verlängert.

Update! Das sind die neuen Fristen der Flexibilitätsprämie

Prognosen sagten 2018 voraus, dass die zur Deckelung benötigte Summe von 1.000 MW im Frühjahr 2019 erreicht sein werde und dass der Flexdeckel dann voll sei. Diese Voraussage hat sich jedoch nach hinten, in Richtung Spätsommer verschoben. Jetzt ist der Deckel voll.

Damit werden die sechzehn Monate Verlängerung besonders relevant. In dieser Zeitspanne kann nämlich noch jedes Flex-Projekt zum Abschluss gebracht werden. Mit Erreichen des Flexdeckels steht nun fest, dass die Branche mit Rechtssicherheit für den Flex-Zubau bis zum kommenden Jahr rechnen kann. Stichtag für die Anmeldefrist zur Flexibilitätsprämie ist damit der 30. November 2020.

Jetzt loslegen und die Flexibilitätsprämie nutzen!

Für Anlagenbauer und -betreiber bedeutet das: Auch anspruchsvolle Projekte können noch begonnen bzw. wieder aufgenommen werden. Denn es ist noch genug Zeit für den Bau sowie die Inbetriebnahme einer BHKW-Anlage. Außerdem ist der Zubau während der Übergangszeit nicht gedeckelt.

Beantragen kann die Flexibilitätsprämie, wer eine flexible Neuanlage plant, eine bestehende Biogasanlage überbaut oder eine Bestandsanlage hat, die bauseits bereits über die nötige Flexibilität verfügt; etwa durch ein zusätzliches Blockheizkraftwerk oberhalb der Bemessungsleistung oder durch einen ausreichenden Gasspeicher.

Darum sollten Sie umgehend mit der Planung beginnen

Wer eine BHKW-Anlage neu- oder umbaut, sollte immer im Kopf haben, dass Genehmigungsverfahren, Netzeinspeisezusage und Anlagenbau, aber auch Zertifizierung und Abnahme ein gewisse Zeit in Anspruch nehmen. So gestaltet sich die Inbetriebnahme innerhalb der sechzehnmonatigen Frist zeitlich sehr eng, ist aber dennoch möglich. Im Vorteil ist deswegen, wer direkt startet. Auf diese Weise ist es möglich, einen zusätzlichen zeitlichen Puffer einzurechnen und alles fristgerecht fertigzustellen. Die einzige Voraussetzung ist, dass Sie gut vorbereitet sind und einen kompetenten Umsetzungspartner haben, der Ihnen bei Planung, Bau und Genehmigungsverfahren der Flexibilitätsprämie zur Seite steht.

Zudem rät die Bundesnetzagentur der Branche, darauf zu achten, dass alle Projekte in ihrer Realisation dem Sinn und Zweck der Flexibilisierung entsprechen – was bedeutet, dass nach der Flexibilisierung in Zukunft keine Anlage weiter im Dauerbetrieb einspeisen und das Flex-BHKW nur als Ersatz für ein altes BHKW nutzen darf.

 

Fotoquelle Titelbild: © ShDrohnenFly/shutterstock.com